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Schwarzbefahrer am Deister

Es ist Sonntag der 2.Mai.
Wieder mal ein Sonntag an dem man trotz ganz passablen Wetters nicht recht weiß, was mit dem Tag anzufangen sei.
Aber wir wären nicht Team Schwarzbefahrer.com, wenn sich nicht wenigstens einige von uns auf machen würden, unsere Region bergbautechnisch weiter zu erkunden.
So traf es sich gut, mal wieder auf diverse Internetseiten zu schauen.
2.Mai ist Deistertag“ klang sehr ansprechend, da der Deister schon länger auf unserer „to-do“ Liste stand.

Der Deister liegt südwestlich von Hannover und gehört als Höhenzug, nicht wie oft angenommen zum Weserbergland, sondern zum Calenberger Bergland und erreicht am höchsten Punkt eine Höhe von 405 Metern über NN.
Nach etwa 40 Kilometern Anfahrt hatten wir unser Ziel Feggendorf, genauer gesagt den Feggendorfer Stollen, erreicht und brauchten nicht lange nach einem Zechengelände Ausschau halten, da uns der Duft von Holzkohle und leckerem Grillgut den Weg wies. Beim Betreten des Geländes bot sich uns, wie den anderen zahlreichen Besuchern, ein Bild, das stilechter nicht hätte sein können.
Schmalspurgestänge, Abraumhalden, Loren und ein gutes Dutzend ordentlich nach Untertagearbeit ausschauende Bergleute. Mal ganz abgesehen von diversen Zelten, einem Grill und derlei zum Deistertag eingerichteten Dingen.
Nach Bratwurst und einem kühlen Detmolder konnte auch schon die Fotoausrüstung ausgepackt werden bevor es denn endlich losging.
Nach standesgemäßer Begrüßung per „Glück Auf!“ begann die Führung mit einer kleinen geschichtlichen Einleitung zum Bergbau am Deister, und natürlich besonders am Feggendorfer Stollen.

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das Mundloch


Um die Fakten nicht zu vernachlässigen einige kurze Anmerkungen zur Geschichte des Stollens.
Das Steinkohlenbergwerk Feggendorfer Stollen wurde bereits vor über 175 Jahren aufgefahren und diente der Gewinnung von Waeldensteinkohle, die, wie der Name schon verrät, aus der erdgeschichtlichen Zeit des Waelden, also vor etwa 135 millionen Jahren stammt.
Diese Kohle wurde im Bereich des Feggendorfer Stollens bis 1952 gefördert, der zur besseren Bewetterung 1862 mit dem Hohenbosteler Stollen verbunden wurde. Dabei wurde die natürliche Bewetterung durch den Temaperaturunterschied der Luft innerhalb des Berges ausgenutzt. So war der Feggendorfer Stollen etwa 100 Meter höher aufgefahren worden, so dass die Wetter im Sommer vom Feggendorfer zum Hohenbosteler Stollen verliefen.
Nachdem die Förderung bereits vor dem zweiten Weltkrieg eingestellt wurde begannen Anwohner jedoch in den Nachkriegsjahren 46/47 im Angesicht von akutem Kohle-, also Brennstoffmangel, mit Notbergbaumaßnahmen. Diese erstreckten sich etwa 150 Meter vom Mundloch aus in den Berg hinein und hatten gravierende Auswirkungen auf die damalige Zukunft des Stollens.
So geschah es, dass Anwohner aus Gründen des einfacheren Abbaus auch Kohlenpfeiler, die als Stützen hinterlassen worden waren, mit abbauten und den Berg dadurch in hohem Maße instabil machten.
So kam es wie es kommen musste und der Feggendorfer Stollen gab im Laufe vieler Jahre dem Gebirgsdruck nach und fiel in sich zusammen.

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ein fachkundiger Bergmann beim Erklären seiner Arbeiten


Danach wurde es lange Zeit still um die alte Zeche am Deister.
Bis nach einem gescheiterten Versuch in den neunziger Jahren 2003 eine Hand voll Bergbaubegeisterter die Sache selber in die Hand nahmen und es sich zur Aufgabe machten dieses bergbaugeschichtliche Denkmal komplett neu aufzufahren, zu restaurieren und es anschließend für Besucherführungen wieder in Betrieb zu nehmen.
Dazu gliederte sich diese Gruppe, um einen Namen und eine öffentliche Ansprechadresse zu haben, in den Heimatverein Lauenau als „Arbeitsgruppe Bergbau“ ein.
Im Zuge der Arbeiten wurden von 2003 bis heute etwa 63 Meter Strecke in reiner Handarbeit wieder hergestellt, oder zum Zwecke von Verbruchsumgehungen, komplett neu in den Berg getrieben.

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Teil der Verbruchsumgehung


Dazu gehört auch die im Dezember 2009 mit der Oberfläche durchschlägig gewordene „Neue Wetterrösche“, welche die Bewetterung lüfterunabhängig gemacht hat. Zudem erfüllt sie den Zweck eines Notausgangs, der für geführte Touren durch Stollen einer gewissen Länge, Pflicht ist.
Nach diesen vielen Informationen, die erst einmal behalten werden wollten, ging es dann auch für uns endlich in die gewohnte und geliebte Kühle des Berginneren.
Wichtig ist dabei zu erwähnen, auch um das Konzept der Arbeitsgruppe Bergbau zu verdeutlichen, dass jeder Besucher einen voll funktionsfähigen Betrieb, wie zur Blütezeit des Deisterbergbaus, erleben soll. Das bedeutet natürlich: Helm auf, Geleucht nicht vergessen, Gummistiefel an!

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momentanes Ende der Ausbaustrecke


Hier gibt es weder gut ausgeleuchtete und befestigte Wege, noch Deckenhöhen die dem Menschen der Gegenwart entsprechend hoch sind. Hier sollen ganz klar das Erlebnis und der Eindruck von damals im Vordergrund stehen und kein hübsches und massentourismus gerechtes Museum.
Dieser Aspekt kam uns natürlich mehr als gelegen, und wurde wie immer Fototechnisch bestmöglich dokumentiert. Wo bekommt man so etwas schon mal zu sehen?
Nachdem reichlich Fotos gemacht worden waren, ging es für uns wieder nach übertage, um natürlich noch in Ruhe mit dem ein oder anderen Vereinsmitglied ins Gespräch zu kommen. So wurden Erfahrungen, Meinungen und natürlich die E-Mail Adressen ausgetauscht, um auch ein paar der guten Bilder zukommen zu lassen, bevor es dann wieder Richtung Heimat ging.

Da bei Führungen keine Eintrittsgelder verlangt werden, man aber einen selbst gewählten Betrag spenden kann, möchten wir jeden herzlich dazu auffordern diesem mit einen angemessenen Betrag nachzukommen.
Diese Gelder werden ausschließlich zum Zwecke des weiteren Ausbaus verwendet.
Mehr Informationen, falls gewünscht, gibt es auf der Internetpräsenz des Feggendorfer Stollen.

Grube Feggendorfer Stolln

Hiermit bedanken wir uns im Namen des gesamten Teams bei allen Vereinsmitgliedern und Helfern, die uns herumgeführt und dieses einzigartige Projekt erst möglich gemacht haben.

Glück Auf!
Team Schwarzbefahrer.com